Trendprognose: Equipment-as-a-Service (EaaS) auf Vormarsch

Equipment as a Service Trend

Abonnieren statt kaufen, nutzen statt besitzen: Was bei Software, Musik oder Filmen längst gang und gäbe ist, etabliert sich als richtungsweisendes Geschäftsmodell nun auch für klassische Investitionsgüter: „Equipment-as-a-Service“, kurz EaaS.

Das neuartige Lizenzmodell verspricht Fertigungsbetrieben höchste Flexibilität und Zuverlässigkeit, ohne mit hoher Kapitalbindung einen eigenen Maschinenpark vorhalten zu müssen. Jüngste Studien attestieren dem EaaS-Modell (auch “Maschine as a Service”) schon in naher Zukunft ein hohes Wachstumspotenzial und eine rasante Verbreitung über unterschiedlichste Branchen hinweg.

Vorteile von EaaS

Was das EaaS-Angebot attraktiv macht, ist das gemeinsame Interesse von Lieferant und Kunde an einer möglichst hohen Auslastung der bereitgestellten Technik. Der Lieferant bzw. Hersteller erbringt umfassende Serviceleistungen, damit die bereitgestellten Maschinen permanent einsatzbereit sind. Die Kunden wiederum können sich darauf verlassen, dass die Maschinen nicht durch plötzlich nötig werdende Wartungsarbeiten wegfallen.

Damit werden die Kunden nicht mehr für unproduktive Stillstände zur Kasse gebeten, wie es bei klassischen Leasing-Modellen oder der gängigen Abschreibung von Investitionen der Fall ist.

Zugegeben: Ganz neu ist das Geschäftsmodell EaaS nicht. Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce (mehr Infos zum EaaS-Modell von Rolls-Royce) bietet Fluggesellschaften schon seit mehr als 30 Jahren an, die Bezahlung der Aggregate an die Zahl der geleisteten Betriebsstunden zu koppeln.

EaaS auf Wachstumskurs

Für die meisten Branchen eröffnet die Digitalisierung dem Geschäftsmodell EaaS nun völlig neue Perspektiven. Das in Hamburg ansässige Marktforschungsunternehmen IoT Analytics GmbH attestieret EaaS mit Blick auf die rasanten Fortschritte der Digitalisierung generell glänzende Zukunftsaussichten, EaaS-Geschäftsmodelle seien ganz klar auf Wachstumskurs.

Bei Softwareprodukten haben As-a-Service-Modelle längst Fuß gefasst. Statt ein Computerprogramm zu kaufen und damit quasi auch physisch zu besitzen, favorisieren immer mehr Nutzer Abonnements gegenüber hohen Investitionen. Nach diesem Modell funktioniert auch smartblick, eine Lösung für die Digitalisierung von CNC-Maschinen.

Ohne Investition Einblick in Ihre Maschinendaten erhalten

smartblick bildet den Zustand des Maschinenparks in Echtzeit ab und ist mit CNC-Systemen selbst älterer Bauart kompatibel. Je nach Art und Größe eines CNC-Maschinenparks kann der Einsatz von smartblick die Wirtschaftlichkeit um bis zu 20 Prozent steigern helfen. Die Kosten von smartblick basieren auf einem Preismodell, das bei monatlicher Abrechnung die Bereitstellung der nötigen Sensorik, der Schnittstelle zur Datenübertragung und die Analysesoftware umfasst. Damit entfallen für den Anwender Investitionskosten in Hard- und Software. Mit geringem Aufwand, technisch wie finanziell, kann smartblick als SaaS-Lösung nachhaltig Wettbewerbsvorteile sichern, die auf andere Weise wirtschaftlich kaum erzielbar sind.

Wieso EaaS jetzt zum Trend werden könnte

Vier Gründe sprechen dafür, dass EaaS in den nächsten 10 Jahren an Bedeutung gewinnt:

1. Geringere Einrichtungskosten

Ob sich der Kauf einer neuen Maschine lohnt, hängt entscheidend von der erwarteten Auslastung ab. In die Rechnung fließen daher auch Stillstände ein, von notwendigen Rüstzeiten über Wartungsarbeiten bis hin zu schwer kalkulierbaren Risiken wie z.B. plötzlichen Materialengpässen.

Im Unterschied dazu orientieren sich EaaS-basierte Geschäftsmodelle nicht an den „Komplettkosten“ einer Maschine, sondern an deren tatsächlicher Nutzung. Der Nachweis erfolgt über die Messung definierter Kennzahlen. Die Maschine steht dann zwar auf dem Betriebsgelände des Nutzers, bleibt aber Eigentum des Herstellers. Der Hersteller wiederum erhält als EaaS-Anbieter vom Kunden Nutzungsgebühren, die anhand der gemessenen Maschinendaten erhoben werden. Steht eine Maschine still, kostet sie den Anwender folglich auch kein Geld. Das „Stillstandsrisiko“ trägt vielmehr der Hersteller, der wiederum ein hohes Interesse an der permanenten Verfügbarkeit seiner Hardware hat und deren fortlaufende Instandhaltung entsprechend gewährleistet.

Die zur Messung und Erfassung von Maschinendaten nötige Technik ist mit zunehmender Digitalisierung immer günstiger geworden. Im Rahmen von IoT-fähigen Lösungen können unterschiedliche Geräte zu überschaubaren Kosten miteinander vernetzt werden. Der Wert der gewonnenen Daten tritt dann an die Stelle des Kaufpreises einer Maschine und macht das Anbieten von Ausrüstung als Dienstleistung rentabel. Beispiele aus der Praxis zeigen, dass sich EaaS-Lösungen für alle Beteiligten schneller bezahlt machen können, als es bei klassischen Finanzierungsmodellen überhaupt möglich wäre. 

2. Besser angepasste Finanzierung

Oft verfügt die Hausbank nicht über geeignete Angebote, die den Übergang von klassischen Finanzierungsinstrumenten hin zu EaaS-Modellen reibungslos gestalten würden. Inzwischen gibt es aber spezialisierte Anbieter, die während der Übergangsphase mögliche Liquiditätsprobleme vermeiden helfen. Handelt es sich um Projekte zur Reduzierung des Energieverbrauchs, so gibt es mittlerweile sogar spezifische Fördermittel der öffentlichen Hand.

3. Rechnungslegung mit neuen Regeln

Als Alternative zum Kauf einer Maschine setzen viele Unternehmen nach wie vor auf Leasing. Inzwischen wurden die Regeln zur bilanziellen Rechnungslegung von Leasingverträgen (konkret: die Standards IFRS 16 und ASC 842) aber geändert; im Einzelfall kann die Gesamtrechnung einer Leasingfinanzierung nun ungünstiger ausfallen, sofern damit die Verringerung von Vermögenswerte in der Bilanz angestrebt wird.

EaaS-Modelle erfüllen den gewünschten Zweck ebenso und sind mit den geltenden Standards problemlos vereinbar. Nach und nach gehen immer mehr Hersteller denn auch dazu über, ihren Kunden neben gängigen Finanzierungsarten wie Leasing, Darlehensfinanzierung, Mietkauf oder Miete zusätzlich auch EaaS-Modelle anzubieten. Die Basis bildet dann eine nutzungsbasierte Bezahlung der bereitgestellten Maschinen durch den Kunden, teils ergänzt um einen Versicherungsschutz für entgangene Maschinenstunden.

4. Wachsender Druck durch Drittanbieter

Die Entwicklung an den As-a-Service-Märkten folgte in der Vergangenheit immer wieder einem bestimmten Muster. Es beginnt damit, dass ein Originalprodukt von einem Drittanbieter übernommen und als Dienstleistung weiterverkauft wird. Typisches Beispiel: Die Bereitstellung der neuesten Kinofilme über einen – neu gegründeten und von den großen Studios unabhängigen – Online-Streamingdienst.

Im zweiten Schritt erweitert der Drittanbieter das Angebot mit eigenen Originalen,. produziert die Filme also selbst, statt sie nur zu vermarkten. Schließlich bleibt den ursprünglichen Anbietern nichts anderes übrig, als es der stärker gewordenen Konkurrenz gleichzumachen und eigene Serviceleistungen aus der Taufe zu heben (sprich: einen eigenen Streamingdienst zu gründen).

Was den Filmemachern recht ist, wird nun auch der Maschinenbranche billig: Über neue Online-Plattformen werden 3D-Drucker, Spritzguss-, CNC- oder Baumaschinen bereits zur Nutzung via EaaS angeboten. Alles Weitere ist dann erfahrungsgemäß nur noch eine Frage der Zeit.

Praxis-Beispiel Rolls Royce: Predictive Maintenance als Erfolgsrezept

Den Erfolg seines EaaS-Modells verdankt Rolls-Royce unter anderem hohen Investitionen in Technologien zur vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance). Traditionell kümmerten sich die Kunden, also die Fluggesellschaften, stets in Eigenregie um die Triebwerkswartung. Sobald eine vom Hersteller vorgegebene Zahl an Betriebsstunden erreicht war, mussten die jeweiligen Flugzeuge mit großem Aufwand an Zeit und Personal umfassend durchgecheckt werden.

Während der Wettbewerb um billigere Flugtickets immer schärfer wurde, ließen die Herstellervorgaben aber kaum Spielräume zur Senkung der hohen Wartungskosten. Andererseits konnte die Zuverlässigkeit der Triebwerke mit fortschreitender Technik immer weiter gesteigert werden, sodass die Notwendigkeit häufiger Kontrollen seitens der Airlines infrage gestellt wurde.

Rolls-Royce passte sich der veränderten Marktlage an und ersetzte feste Wartungsintervalle durch flexible Monitoring-Lösungen. Heute sind die meisten Rolls-Royce-Triebwerke mit Systemen ausgestattet, die fortlaufend wichtige Maschinendaten erfassen und an den Hersteller übertragen – ganz gleich, an welchem Punkt auf oder über der Erde sich das jeweilige Flugzeug gerade befindet.

Der Zeitpunkt für die nächste notwendige Triebwerkswartung ist nun das Ergebnis einer umfassenden Analyse der Zustandsdaten und nicht länger eine willkürliche Vorgabe. Damit nicht genug, sind die Wartungsarbeiten nicht länger Aufgabe des Kunden, sondern werden als fester Bestandteil des EaaS-Angebotes vom Hersteller selbst ausgeführt.

EaaS hat dazu beigetragen, dass Rolls-Royce seinen Marktanteil innerhalb kürzester Zeit erheblich ausweiten konnte.

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